18.06.2003

2:00 Uhr Montag früh. Die Villa Cuba will eigentlich schließen, die freundliche Bedienung gönnt uns dennoch zwei Pils. Groß, versteht sich.
Auf einem auf alt getrimmten Sofa räkelt sich im blau-karierten Hemd Martin Koch, gebürtiger Einbecker, Landtagsabgeordnetenmitarbeiter und Multifunktionär der SPD. Während auf den Toiletten im ersten Stock der Commandante politische Reden schwingt, geht es im Erdgeschoß unter Palmen eher um Persönliches.
Der „Mann mit den Locken“ zeigt sich als ehemaliger Türsteher nicht nur schlagfähig, lässt als Saatzucht-Sommerjobber aber auch genug Wachstums-Tipps für seinen Kassenwartskollegen in der Bundesregierung fallen.
Für den Höllentrip in hundert Fragen durch seine Seele hat er sich freiwillig bereit erklärt. So viel Offenheit muss ausgenutzt werden.
Rote Grütze: Einbecker oder Becks?
Martin Koch: Hauptsache kalt.
Rote Grütze: Amerikaner, Einbecker oder Göttinger?
Martin Koch: Seit 1999, bedingt durch Zivi-Ende und Umzug in die Innenstadt: Göttinger
Rote Grütze: Amerika-Flagge auf dem Klo?
Martin Koch: Auf jeden Fall und mit Respekt. Ich darf die Flagge nicht offen sichtbar aufhängen, das könnte ja die Nachbarn aufregen. Sagt meine Mama.
Rote Grütze: Duschen oder Baden?
Martin Koch: Noch bin ich gelenkig genug, hin und wieder ein Bad in meiner Duschwanne zu nehmen.
Rote Grütze: Sauna: Hot or not?
Martin Koch: Hot!!
Rote Grütze: Lernt man bei einem Saatzucht-Unternehmen was über Gärtnerei?
Martin Koch: Bei meinem KWS-Sommerjob haben wir landwirtschaftliche Nutzgärtnerei betrieben. Liebe zu Pflanzen war aber nicht im Spiel.
Rote Grütze: Niederländische Wasserfrucht oder Einbecker Riesen-Tomaten?
Martin Koch: Die KWS züchtet keine (Gen-)Tomaten. Insofern wohl niederländisches Rispenwasser.
Rote Grütze: Spitzname in der Grundschule?
Martin Koch: Keine Ahnung. Mein Vater nannte mich "Pumi" in Anspielung auf Pumuckl.
Rote Grütze: Typischer Essensgeruch im Hause Koch?
Martin Koch: Asiatisch, als wir noch ein Haus hatten. In meinen jetzigen 4 Wänden riecht es vielleicht fleischiger.
Rote Grütze: Kein Hang zu Grünzeug?
Martin Koch: Nee, Grünzeug ist schließlich für die Kühe da.
Rote Grütze: Lieblingsplatz im Haus deiner Eltern?
Martin Koch: Das Wohnzimmer, welches zusammen mit Küche und Esszimmer (keine Zwischenwände!) einen ganz großen Raum bildet.
Rote Grütze: Che Guevara-Poster an der Wand?
Martin Koch: Nein, aber ich beneide Rolf-Georg Köhler für das rote Che-Gemälde, das er erstanden hat.
Rote Grütze: "Viva la revolution" oder "Reformismus"?
Martin Koch: Unsere Gesellschaft ist offenbar nicht durch Reformismus und auch nicht durch Revolution veränderbar. Widerstand in der effektivsten Form bedeutet heutzutage wohl hauptsächlich Konsumverweigerung.
Rote Grütze: Wer muss vorbeikommen, damit der Grillabend perfekt ist?
Martin Koch: Da fallen mir spontan 4 Leute ein.
Rote Grütze: Dein erstes Pils?
Martin Koch: Auf der Terrasse hinter dem Haus; mein Vater feierte seinen 40. Geburtstag und ich durfte im Alter von 10 Jahren die Blume abschlürfen. Geschmeckt hat das nicht unbedingt.
Rote Grütze: Der Sport, bei dem man Frauenkörper am besten studieren kann?
Martin Koch: Volleyball, besonders wenn man auf dem Turnhallenboden hinter den SpielerInnen sitzt.
Rote Grütze: Deine Botschaft an Gerhard Schröder?
Martin Koch: Gerd, grins nicht so, wenn Du mit George W. Bush fotografiert wirst.
Rote Grütze: Dein aktueller Job?
Martin Koch: Büro-Mokel von Thomas Oppermann
Rote Grütze: Deine schwierigste Aufgabe dabei?
Martin Koch: Mit Leuten zu telefonieren, die Thomas kennen oder zu kennen meinen, die ich aber nicht kenne.
Rote Grütze: Deine inspirierendste Arbeit dabei?
Martin Koch: Jeden Tag einen Artikel in der Zeitung zu finden, den ich ausschneiden kann.
Rote Grütze: Dein erster Kuss?
Martin Koch: Da war ich in der 6. Klasse. Wir haben Flaschendrehen gespielt, bis Svens Mutter seine Geburtstagsparty wieder ins Wohnzimmer verlegte.
Rote Grütze: Französisch-Leistungkurs: Masochismus oder Berufung?
Martin Koch: Masochismus gepaart mit dem Gefühl, was wichtiges gelernt zu haben.
Rote Grütze: Wahr, bilingual Aufgewachsene lernen Sprachen schneller?
Martin Koch: Ich kenne kaum andere bilingual Aufgewachsene. Aus dem Gefühl würde ich sagen, man hat als zweisprachiges Kind im Gehirn Platz für eine Sprache mehr. Mit schneller hat das aber nichts zu tun.
Rote Grütze: Internationale oder BRD-Hymne?
Martin Koch: Internationale. Man hätte 1990 die DDR-Hymne übernehmen sollen.
Rote Grütze: "Anmut sparet nicht noch Mühe". Nicht dein Fall?
Martin Koch: Auch die Kinderhymne hat es in sich, aber sie stand nicht ernsthaft zur Diskussion. Über so was sollte das Volk abstimmen dürfen / müssen.
Rote Grütze: Der Hauptunterschied zwischen dir und Holger Welskop?
Martin Koch: Holger spielt den Göttinger Joe McCarthy, während ich einem Horst Ihlemann ähnlich Turnschuh-tragend im Hintergrund arbeite. Die Showeinlagen des ansonsten gemütlichen Holger sind folglich vielleicht der Hauptunterschied unserer Charaktere.
Rote Grütze: Vorbild Herbert Frahm?
Martin Koch: Nein, ich habe keine Vorbilder.
Rote Grütze: Macht Lächeln glücklich?
Martin Koch: Wenn es echt ist, auf jeden Fall!
Rote Grütze: Wahr, das Buchführung Spaß machen kann?
Martin Koch: Nein, das halte ich für ein Gerücht.
Rote Grütze: Keine Buchung ohne Beleg?
Martin Koch: Ach, ich bin ja nicht so. Aber die Vorschriften...
Rote Grütze: Die kleinste Frau die du je geküsst hast?
Martin Koch: Meine Oma mit knapp über 1,50 m.
Rote Grütze: Was hat dir deine Mutter über Frauen beigebracht?
Martin Koch: Man darf sich nicht einfach mit dem abfinden, was man hat oder haben könnte, sondern muss genau überprüfen, was man wirklich will.
Rote Grütze: Danielowski: Top oder Flop?
Martin Koch: Das ist so ungefähr der Top-Flop Göttingens. Wenn ich mit anderen über den Göttinger OB spreche, entdecke ich mich manchmal dabei, wie ich mich zwischen den Zeilen für Göttingen entschuldige.
Rote Grütze: Woran erkennt eine Frau, dass du verliebt bist?
Martin Koch: Weiß ich nicht, kommt ja auch nicht so oft vor. Oder sie beschließt das einfach.
Rote Grütze: Wo ist Göttingen am meisten Göttingen?
Martin Koch: Ich sage jetzt nicht "Auf dem Schützenfest", sondern behaupte zögerlich: "Auf dem Wochenmarkt bei schönem Wetter"
Rote Grütze: Zak oder El Sol?
Martin Koch: In letzter Zeit mehr KAZ als El Sol und ZAK zusammen.
Rote Grütze: Ein Small-Talk-Thema mit Angela Merkel?
Martin Koch: Alles, was mit Dienstwagen, Panzerglas, Bodyguards und persönlichen Referenten zu tun hat.
Rote Grütze: Keine spontane Mode-Beratung?
Martin Koch: Nein, dafür gibt es bessere BeraterInnen. Ich soll sie ja unterhalten und nicht belabern.
Rote Grütze: Deine Einschlafposition?
Martin Koch: Die wechselt regelmäßig. Ann-Christin meint, das rege das Gehirn an und verändere die Träume.
Rote Grütze: Lieblings-Koalitions-Mix?
Martin Koch: Watermelon-Man (also Rot-Grün).
Rote Grütze: Zwei oder drei Kinder später?
Martin Koch: Weniger.
Rote Grütze: Null oder Eins?
Martin Koch: Eher Eins als null.
Rote Grütze: Angst vorm Erwachsen-werden?
Martin Koch: Eher Angst als Freude.
Rote Grütze: Welches Gesicht hat das Böse?
Martin Koch: Alle Gesichter von heiliggesprochenen Katholiken, die im Auftrag der Kirche und im Namen Gottes „Ungläubige“ abgeschlachtet haben. Und die Gesichter derer, die heiliggesprochen haben.
Rote Grütze: Deine Antwort auf die Gretchen-Frage?
Martin Koch: Ich halte nichts von Religion, wenn sie zur Abgrenzung und zur unsachlichen Begründung von Wertvorstellungen verwendet wird. Das Aufzwingen einer religiösen Gesinnung durch Dritte - auch in der Familie - finde ich höchst unanständig. Ansonsten soll jedeR nach seiner/ihrer Facon glücklich werden
Rote Grütze: Dein Alterssitz?
Martin Koch: Ligurien oder Kalifornien
Rote Grütze: Deine Frage an Christian Henze?
Martin Koch: Warum lagerst Du Dein CD-Rom-Laufwerk auf Audio-Kassettenhüllen und schraubst es nicht einfach fest?
Rote Grütze: Erst-Kontakt mit einem Juso?
Martin Koch: 1999 in Berlin auf einem politisch neutralen Seminar zum Thema "Millionenmarkt Sport".
Rote Grütze: Wahr, dass in einem Berliner Wasserwerk Göttinger Kommunalpolitik unspektakulär wirkt?
Martin Koch: Kommunalpolitik war dort kein Thema. Damals ging es um die Einstellung zur frischen SPD-Bundesregierung. Kommunalpolitik hätte mich damals abgeschreckt.
Rote Grütze: Lieblings-Gewerkschaft?
Martin Koch: Ver.di. Wenn sie endlich mal schlagkräftig werden würde, wäre ich ihr dankbar.
Rote Grütze: Frank Bsirske: Unaussprechbar oder unausstehlich?
Martin Koch: Unaussprechbar, unscheinbar aber sympathisch.
Rote Grütze: Dein letzter Drogenabsturz?
Martin Koch: In der vergangenen Nacht. Weiche Droge Pilsbier. Ist zu legalisieren, wenn es nicht schon legal ist.
Rote Grütze: Wahr, dass man zur Sowjethymne nicht tanzen kann?
Martin Koch: Ja, aber das macht nix, weil mitsingen kann ich sie auch nicht.
Rote Grütze: Tabak-Steuern rauf?
Martin Koch: Klar, ist gesünder.
Rote Grütze: Erste eigene CD?
Martin Koch: Gibt es schon, aber ich sage nicht, wo sie ist und was drauf ist. Wilde Zeiten und so...
Rote Grütze: Der Kinofilm, bei dem du zum ersten Mal ihre Hand halten durftest?
Martin Koch: Keine Ahnung. Im schlimmsten Fall "Dirty Dancing" oder so.
Rote Grütze: Lieblings-Sushi?
Martin Koch: California Maki
Rote Grütze: Kein Kugelfisch?
Martin Koch: Kann man angeblich nur in Japan probieren. Ich würde sagen, es wäre einen Versuch wert.
Rote Grütze: Beste Rolle: Opposition?
Martin Koch: Manche bestreiten, dass man in der Opposition das Handwerk gut erlernen kann. Ich weiß es nicht.
Rote Grütze: Wahr, dass Kommunalpolitik zu Alkoholismus führen kann?
Martin Koch: Ja, vor allem im Personal-, Bau- und Wirtschaftsbereich sowie in allen Parteivorständen Göttingens.
Rote Grütze: Dein persönlicher BpA-Wert? (Bier pro Abend)
Martin Koch: Gestern waren es 4 und ich war gut bedient.
In Wirklichkeit waren es fünf, was aber die Ehrlichkeit der zweiten Aussage betont.
Rote Grütze: Hefeweizen: Hell? Dunkel? Klar?
Martin Koch: Klar Hefe, aber bitte hell.
Rote Grütze: Weizen mit Banane: Lecker oder pervers?
Martin Koch: Pervers.
Rote Grütze: 1. Mai: Kater ausschlafen oder demonstrieren?
Martin Koch: Ich war am 1. Mai noch nie betrunken (wirklich!). Seit einigen Jahren demonstriere ich mit.
Rote Grütze: SPD: Heimat oder Patient?
Martin Koch: Ich kenne Patienten, deren Heimat die SPD ist.
Rote Grütze: Welches Hobby aus Kindertagen hat überlebt?
Martin Koch: Mein Frühstücksei auszulöffeln und die Schale anschließend umzudrehen, um die Anwesenden zu irritieren.
Rote Grütze: Dachfenster: Fluch oder Segen?
Martin Koch: Diese Frage bei konstant 30 Grad in der Wohnung beantworten zu müssen, ist gemein.
Bei asozialen Fragen muss man auch eine Antwortverweigerung akzeptieren. Hatte er sich nicht vorhin schon als Sauna-Fan geoutet?
Rote Grütze: Dein schönstes Amt?
Martin Koch: Beratendes Mitglied der SPD-Kreistagsfraktion.
Rote Grütze: Macht Macht korrumpierbar?
Martin Koch: In gewisser Weise wird man wohl schon bereit, für mehr Macht mehr Einsatz zu geben und Risiken in Kauf zu nehmen. Man muss immer aufpassen, für wen und für welchen Preis. Für sich selbst Vorteile zu erheischen, ist besonders kritisch. Insofern macht Macht korrumpierbar.
Rote Grütze: Echt wahr, dass du wegen Schröder in die Partei eingetreten bist?
Martin Koch: Nein, ich wollte 1997 in die SPD eintreten, weil Kohl weg musste. Man ließ mich jedoch erst wie tausende Gewinnler 1998 eintreten. Außerdem hatte ich eine Wette mit Thorsten, dass ich zur SPD gehe, wenn er der JU beitritt. Damals gab es auch nicht nur Schröder, sondern genauso den Lafontaine.
Rote Grütze: Du hegst Freundschaften zu Jungunionisten und Soldaten. Zielkonflikt auf dem Weg zum demokratischen Sozialismus?
Martin Koch: Nein, ich stelle mich nur manchmal den Realitäten unserer Gesellschaft. Auch manch ein Soldat ist ein beeindruckend guter Mensch.
Rote Grütze: Das Elternteil, von dem du deine Schlagfertigkeit geerbt hast?
Martin Koch: Mein Vater.
Rote Grütze: Dein Karnevals-Köstum?
Martin Koch: Ich halte nichts von saisonspezifisch dargebrachtem Dauer-Frohsinn.
Rote Grütze: Schon mal roter Korsar gewesen?
Martin Koch: Nein.
Rote Grütze: Agenda 2010 oder 2003?
Martin Koch: Erst mal 2003 überleben.
Rote Grütze: Südlich von Göttingen: Gassi gehen oder Gas geben?
Martin Koch: Gassi gehen. Wer da eine Umgehungsstraße hinbaut, macht sich an der Natur, der Lebensqualität und dem Haushalt der Steuerzahler schuldig. Das kostet diese Personen Ehrentitel, den Listenplatz bei der nächsten Kommunalwahl und erhebliche Sympathien, soweit ich darüber verfügen kann.
Rote Grütze: Der schlimmste Tag deines Lebens?
Martin Koch: Der Tag, an dem mein Vater mir das erste und letzte Mal Schläge androhte, auf dem Flughafen in NYC auf dem Weg nach San Francisco.
Rote Grütze: Parteivorsitzender: Ein Traumjob?
Martin Koch: Wenn man dafür genauso viel Geld wie der Fraktionsvorsitzende bekommt: sicherlich.
Rote Grütze: Parteivorsitzender und Bundeskanzler in einem. Gut? Oder gehören auf die Posten Vorsitzender, Bundeskanzler und Fraktionschef doch lieber drei, die sich nicht leiden können?
Martin Koch: Bisher ist es so, dass sich nur Abgeordnete, Beamte und reiche Leute leisten können, solch ein Amt auszuüben. Das muss aufhören. Natürlich heißt das auch, dass die genannten Aufgaben auf mehrere Leute verteilt gehören. Konkurrenz belebt das Geschäft, insofern bitte auch unterschiedliche Typen von Politikern.
Rote Grütze: Dein körpereigner Duft?
Martin Koch: Alles von NIVEA.
Rote Grütze: Der, neben dir, beste Finanzmokel?
Martin Koch: Meine Vorgängerin Sonja Yaman hat sehr gut vorgelegt. Vielleicht war sie sogar besser als ich.
Rote Grütze: Dein Rat an Hans Eichel?
Martin Koch: Dieser Haushalt braucht striktere Disziplin. Hier muss richtig geblutet werden. Hans, mach mal.
Rote Grütze: Mal ernst: Gesund-sparen oder Gesund-wachsen?
Martin Koch: Das Gesundheitssystem muss gesund gespart werden, während die Sozialsysteme gesund gehalten werden müssen und der Arbeitsmarkt gesund gewachsen werden muss.
Rote Grütze: Deine Kindergartenliebe?
Martin Koch: Julia Fest, die wohnt seit meiner Grundschulzeit in Emden.
Rote Grütze: Hatte deine Liebe mit ihrem Wegzug zu tun?
Martin Koch: Achtung: Sie war meine Kindergartenliebe, mehr nicht! Nein, wir haben im Rollschuh-Verein Einbeck gesportelt.
Rote Grütze: Lego oder Playmobil?
Martin Koch: Lego.
Rote Grütze: Größtes Problem Göttingens?
Martin Koch: Die Entscheidungs-Friedhöfe Uni und Stadtverwaltung sowie das mangelnde Bewusstsein vieler Studierender, dass diese Stadt mehr als nur ein Durchlauferhitzer ist.
Rote Grütze: Göttingen als Heimat: Freie Wahl?
Martin Koch: Diese Frage verstehe ich nicht.
Rote Grütze: Bist du nach deinem Zivildienst hier hängen geblieben oder war Göttingen als Mekka der JuristInnen dein Wunschziel?
Martin Koch: Ich wollte immer in Göttingen anfangen und dann bald nach Heidelberg, Tübingen oder Freiburg wechseln. Insofern bin ich erst während des Studiums hier hängen geblieben.
Rote Grütze: Meistgeschätzter Kommunalpolitiker?
Martin Koch: Thomas Oppermann
Rote Grütze: Aus Spaß oder Gehorsam?
Martin Koch: Der Mann macht seinen Job verdammt gut.
So recht mag man ihm diese Antwort nicht abnehmen, das Grinsen beim Beantworten kann man sich regelrecht vorstellen. Aber nun gut, seine Entscheidung.
Rote Grütze: Näheste Juso-Strömung?
Martin Koch: Diejenige, die sich vor kurzem noch "Juso-Linke" nannte.
Rote Grütze: Kein Verständnis für Undogs?
Martin Koch: Nein, obwohl sie sich meist mehr Mühe geben, besonders aktuelle Diskussionen zu führen. Dadurch negieren sie aber wiederum und unnötigerweise die Geschichte, was mir in der Seele wehtut. Manche von denen sind einfach aus intellektueller Unterlegenheit Undogs, weil sie nicht fähig sind, aus der Vergangenheit Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.
Rote Grütze: Schönste Wasser-Strömung?
Martin Koch: Hat Hann. Münden gut hinbekommen.
Rote Grütze: Wer gewinnt meistens: Fernseher oder Buch?
Martin Koch: Der Fernseher, es sei denn, ich lerne.
Rote Grütze: Die Top-Serie in den 90ern?
Martin Koch: "Home Improvement" mit Tim Allen, natürlich im Originalton (damals im Nachtprogramm der ARD)
Rote Grütze: Rechtsanwalt oder Richter?
Martin Koch: Öffentlicher Dienst, insofern wohl eher Richter.
Rote Grütze: Meistbesuchter Ort jenseits deiner Wohnung?
Martin Koch: Die Wohnung meiner Freundin - oder doch die SPD?
Rote Grütze: Workaholic?
Martin Koch: Auf jeden Fall.
Rote Grütze: Glücklich?
Martin Koch: Eigentlich schon.
(Stefan Christmann) 
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