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04.10.2003


Mit ihren Romanen bringt Ildikó von Kürthy den Lesern die weibliche Gedankenwelt auf leicht überspitzte Art näher. Eine Art, die Spaß macht und die die Heldinnen zu Freundinnen oder Leidensgenossinnen macht.

 

 

 

Originalausgabe. 1999. rororo im Rowohlt Verlag. broschiert. ISBN: 3-499-22637-5 Einmalige Sonderausgabe. 2002. Wunderlich im Rowohlt Verlag. 2002. gebunden. ISBN: 3-8052-0737-9

 

 

Meint Cora Hübsch und stellt uns gleich auf Seite 1 des Romans „Mondscheintarif“ von Ildikó von Kürthy ihre Füße vor. Bis sie doch dazu wechselt den Mann als größte Problemzone der Frau zu bezeichnen.

Cora ist 33 Jahre, Fotografin und gerade dabei sich in Dr. Daniel Hoffmann zu verlieben. Dies führt allerdings zu erstaunlichen Schwierigkeiten. Denn Cora glaubt zu wissen, dass man einen Mann niemals nach dem ersten Sex anrufen darf, sondern ihm den ersten Schritt zum Telefon überlässt. Und so wartet sie an einem Samstag Abend auf diesen einen Anruf mit der Einladung zum Widersehen. Die Zeit verbringt sie damit, dem Leser zu erzählen, wie sie ihren Doktor kennen lernte und wirft dabei die allseits bekannten Probleme einer Beziehung zwischen Mann und Frau auf.

 

Jahre später trifft jener Leser, der von Kürthys Romane zu schätzen gelernt hat, erneut auf Cora. Diesmal begleitet die ihre Chefin nach Mallorca, wo sie auf Annabelle trifft. In „Freizeichen“ manövriert sich Annabelle Leonhard mittels Gedankenkraft, die ausschließlich Frauen gegönnt zu sein scheint, in eine selbstgeschaffene Lebenskrise. Ihr Problem: sie lebt seit sieben Jahren in einer glücklichen Beziehung mit einem Mann, den sie liebt - und der sie liebt.

 

 

1. Auflage 2003. Wunderlich im Rowohlt Verlag. gebunden. ISBN 3-8052-0750-6

 

Aus Angst, im Leben doch noch etwas zu verpassen setzt sie sich kurzerhand in den nächsten Flieger nach Mallorca, um ein paar Tage bei ihrer leicht verschrobenen, sehr reichen Tante zu verbringen. Dort überschlagen sich die Ereignisse: bereits nach einem Tag glaubt Annabelle verliebt zu sein und lernt zudem Cora samt Chefin kennen. Ildikó von Kürthys Romane lesen sich, wie sich Pop anhört. Man kennt es und will es doch immer wieder hören bzw. lesen, da es immer neue Arten der Übertragung gibt. Der Stoff plätschert seicht dahin, man lässt sich forttragen und muss nicht groß mitdenken. Man kennt die Geschichte eh, denn es könnte die eigene sein. Zumindest sind es die eigenen Gedanken. Aber man ist froh sie von jemand anderem zu hören.Man hat das Gefühl in den Tagebüchern einer Freundin zu schnüffeln, so locker und frei ist die Schreibweise, so nah werden einem die Heldinnen gebracht.Eine entspannte Lektüre für Balkon, Strand und Freibad. Bunt und lustig wie der Sommer. Im Winter werden die Bücher zu einem prima Schokoladenersatz und kleinem Lichtpunkt im dunklen Grau. Alleine das Layout macht schon Freude. Eine Freude für’s Auge, die ich vorher noch nie beim Lesen empfunden habe.Männer sollten die Lektüre dieser Bücher nicht unterschätzen, geben sie doch einen idealen Einblick in die weibliche Gedankenwelt.

 

 

(Heike Boldt)