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04.06.2003


"Bananenrepublik USA: Im Weißen Haus sitz "Baby Bush mit seiner Kamarilla", ein Präsident, der nie gewählt wurde und der regieren lässt...

 

... hauptsächlich von Geschäftsfreunden seines Vaters. Die Lage der Nation ist entsprechend: Die Außenpolitik eine Serie von haarsträuben- den Fehlentscheidungen, die Börse entpuppt sich als eine Spielwiese der Betrüger, viele An- leger sind ruiniert, die Wirtschaft auf Talfahrt."

 

Was im Klappentext die 'Situation der USA in zwei Sätzen' ist, führt Michael Moore auf 280 Seiten plus Epilog weiter aus. Alles beginnt mit einem Hilferuf: Der wirklich gewählte Präsident, Al Gore, wurde ins Exil geschickt und ein Gauner namens George W. Bush sitzt nun im Weißen Haus. Ein letztes Flehen an Bush und Moore nimmt sich den Mißständen der us-amerikanischen Politik und Gesellschaft an. Was in der "einzig noch verbliebenen Weltmacht USA" alles schief läuft, lässt sich bei einem Blick auf Umweltpolitik, Juristei, Wirtschaft und Soziales mit Unglauben erraten. Zum Überleben und Ändern der Situation gibt Moore Tipps "zum Ausschneiden und Aufbe- wahren", um sich ein wenig von der "Nation der Dummköpfe" abzuheben, einen Aufstand in der Schule zu proben oder einfach um ohne Frauen auszukommen. Auf das wir in einer besseren Welt enden.

 

Michael Moore: Stupid White Men - Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush, Deutsche Ausgabe 2002, Piper Verlag, 329 Seiten, Paperback, € 12,- ISBN: 3-492-04517-0

 

Ein humoristisches Sachbuch mit belletristischen Zügen

Ich habe EIN Problem mit diesem Buch: es kann sich nicht entscheiden, ob es witzig sein soll, oder die Fakten so knallhart präsentieren soll, wie sie nun leider sind. Knallhart an diesem Buch ist eh nur die Wahrheit bei der man sich ganz automatisch fragt, wieviel von ihr in diesen Sätzen steckt, so ungläubig liest man sich von Kapitel zu Kapitel.

Erwartet hatte ich einen satirisch angehauchten Verriß auf Präsident Bush mit einem ebenso ironischen Blick auf das Leben der us-Amerikaner. Bekommen habe ich dieses leicht schizophrene Buch, das in den langgezogenen Passagen, die Humor vorgaukeln wollen, das Interesse schwinden lassen. Was als Humor, bzw. Sarkasmus angepriesen wird, erscheint in meinen Augen oft als Übertreibung der Situation.

Dass dieses Buch interessant ist, steht da ganz außer Frage und ich kann es jedem empfehlen, der wissen will, wie es Bush junior geschafft hat Präsident zu werden und die us-amerikanische Politik aus den Augen eines us-Bürgers sehen will - wenn auch nur für einen kurzen Moment und mit leicht durchgeknallten Momenten. Klar muss man sich nur sein, dass es sich bei "Stupid White Men" nicht um ein Sachbuch handelt, wie man es kennt, sondern eher um einen Roman mit Sachgehalt.

 

(Heike Boldt)