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04.10.2003

Von wegen BritPop ist tot, es entwickelt sich höchstens weiter, fordert aber noch immer zu mehr Tiefgang auf. So auch die englische Band Coldplay, die sich um Chris Martin formiert.
“It´s about girls, but isn´t everything?” Wenn das ein Musiker über seine Musik behauptet, dann handelt es sich nicht um einen Schmuse-Rocker oder „I love her and she loves me“-Gedudele, dann sagen das in erster Linie Coldplay von ihrer Musik.
Coldplay? Jawohl! Vier Jungs aus England, Mitte der 90er entstanden, als England gerade die Höhen des Britpop erlebte, als sich Oasis mit „Wonderwall“ an die Spitzen der Welt katapultierten, bevor sie durch ihre große Klappe und Drogen wieder auf den Boden zurückgeholt wurden. Damals war Britpop DIE easy-listening Mucke schlechthin; „Wonderwall“ der Ohrwurm im Radio auf dem Weg zur Arbeit, im Cafè oder im Supermarkt.
„Britpop ist tot“, sagen viele. „Hört Coldplay.“, sage ich. Denn das ist die Britpop-Evolution!
So richtig bekannt wurden die vier Jungs um Frontmann Chris Martin in Deutschland wohl erst im letzten Jahr mit ihrem Album „A Rush of Blood to the Head“. Auftritte bei den MTV-Awards oder das Auf- und Abspielen der Videos – die Musiksender trugen mehr dazu bei Coldplay in die Öffentlichkeit zu tragen, als das Radio, wo sie eher ungeachtet blieben. Dabei geben die Videos ebenso viel Raum für Interpretationen, wie die Songs, und unterstützen deren Gänsehautcharakter.
Und nicht eines der Stücke ist scheiße. Wir reden hier von echten Ohrwürmer, die tief unter die Haut gehen. Ob das nun das weniger bekannte „Green Eyes“ ist, welches nun offensichtlich „about girls“ ist, oder „Don’t Panic“ vom Vorgängeralbum „Parachutes“. Einfach saugeile Musik, mit der man mitgehen kann, die man sich aber auch in den Hintergrund legen kann – zum Lernen oder um abends auf der Terrasse mit ein paar Leuten abzuhängen.
Doch lohnt es sich genauso, mal genau hinzuhören und in die Tiefe zu gehen. Man lernt nicht nur einiges „about girls“, sondern auch, wie es ist Mensch zu sein.
Bekannt sind Coldplay wohl wegen der beiden Songs „Clock“ und „Yellow“, den Singles, die rauf- und runtergespielt wurden und werden und die beiden Songs sind auch echt nicht schlecht. Aber wie gesagt, geht mal in die Tiefe und hört „For You“ oder besagtes „Don´t Panic“. Das ist ja das, was ich immer kritisiere: Es gibt one-hit-wonders, aber ob das auf einen Sänger, eine Sängerin oder eine Gruppe zutrifft, erfährt man immer erst, wenn man sich das ganze Album angehört hat. Dort findet man, wie im Falle Coldplay, oftmals noch einige schöne, aber unentdeckte Diamanten!
Übrigens: Auf dem neuen Album, habe ich gehört, soll Gwyneth Paltrow, Schauspielerin und Freundin von Chris Martin, bei zwei Songs im Background singen. Wenn das kein Grund ist, auf die neue Scheibe gespannt zu sein und endgültig Coldplay-Fan zu werden…. Viel Spaß beim reinhören und genießen!
Mehr Infos zu den Tätigkeiten der Jungs und ihrem Einsatz für Hilfsorganisationen erfahrt ihr auf der Homepage http://www.coldplay.com
(Christian Henze) 
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