06.08.2004

Immer schon haben die Menschen Kriege geführt. Viele wollten Macht, einige Ruhm oder Ehre- andere wollten Liebe.
Troja – wieder so ein historisch unterfüttertes Kriegsgetümmel mit viel Waffengeklirr und männlichem Heroentum. Ja klar – wer etwas anderes erwartet, hat im Geschichtsunterricht wohl nicht aufgepasst! Wer kann sich nicht wenigstens dunkel an die Story mit dem hölzernen Pferd erinnern, die zumindest für mich aus dem Nebel antiker Ereignisse herausstach. Und auch wenn der Film sich an althergebrachten, vielleicht etwas klischeehaften Grundprinzipien orientiert, macht er doch Spaß.
Angelehnt an den Epos aus Homers Ilias entfaltet sich das Geschehen: Paris (Orlando Bloom), der jüngere Prinz von Troja raubt nach Beendigung von Friedensverhandlungen mit dem spartanischen König Menelaos (Brian Gleeson) dessen hübsche junge Frau Helena (Diane Kruger) und flieht mit ihr über das Meer in seine Heimatstadt. Der in seinem Stolz verletzte Menelaos will seine Ehre zurück und bricht mit den zusätzlichen Truppen seines mächtigen Bruders Agamemnon (Brian Cox) zur Verfolgung auf. Agamemnon ist König von Mykene und Beherrscher der mächtigsten Stämme Griechenlands. Sein heimliches Ziel ist es, diese Gelegenheit der Bruderhilfe für sich zu nutzen und sein Herrschaftsgebiet mit der Eroberung Troja zu erweitern und die Kontrolle über die Ägäis zu erlangen. Die Angreifer scheinen übermächtig, Troja baut auf den Schutz der Götter und die langjährige Erfahrung eine uneinnehmbare Stadt zu sein. Helena wird daran gehindert trotz ihrer Liebe zu Paris zu Menelaos zurückzukehren, Paris will im Zweikampf mit diesem den Streit um Helena für sich entscheiden und zugleich den Krieg verhindern. Doch es kommt natürlich anders.
Und so muss Paris älterer Bruder Hektor (Eric Bana), ein ruhmvoller Kämpfer, Troja in den Krieg führen und es scheint als könne er Agamemnons Truppen erfolgreich abwehren, aber dann kommt Achilles, der größte griechische Krieger seiner Zeit (Brad Pitt) ins Spiel. Stolz, arrogant, niemandem Untertan und scheinbar unbesiegbar ist er ausgezogen, um in diesem Krieg unvergessliches Heldentum zu erlangen. Ein Missverständnis lässt ihn die besänftigende Liebe zu einer Trojanerin vergessen. Krieg und Untergang Trojas nehmen ihren Lauf!
Überraschende Wendungen, eingestreute Liebesmomente und monumentale Szenen lassen die 3 Stunden Kinofreuden doch meist mit Spannung vergehen. Frau trauert zwar ein bisschen darum, dass Orlando Bloom eine solche Weichei-Rolle spielt und wundert sich, dass Brad Pitt bei dem Aussehen tatsächlich ein Beindouble gebraucht haben soll, aber dennoch: Freude am Aufpolieren seines historischen Halbwissens (was man hier allerdings nicht allzu ernsthaft betreiben sollte), gute Besetzung, abwechslungsreiche Charaktere, Heroentum übrigens auch von weiblicher Seite und nebenbei bemerkt: knackige Körper machen den Film zu einem lohnenswerten Abendprogramm!
Mehr Infos zum Film gibt es bei Warner Bros
Das Copyright der Fotos liegt bei Warner Bros. (©2003 Warner Bros. Entertainment Inc)
(Heike Boldt) 
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