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20.12.2003


Bedenken, dass man ja ins Kino geht, um einen Kinderfilm zu sehen, und sich daher aus lauter Verzweiflung ein Alibikind beschaffen will, sind bei diesem Film völlig unbegründet. Zumindest ist man hier einer von vielen tausender Erwachsener, die sich auch ohne Kind ins „Kinderkino“ setzen.„Findet Nemo“ erzählt seine Geschichte mit so viel Witz, unterschwelliger Ironie und noch unterschwelligeren Moralvorstellungen, dass selbst ein Kino voller Erwachsener aus dem Lachen nicht mehr herauskommt und dabei noch mal etwas über Freundschaft und Elterngefühle lernen kann.Clownfisch Marlin ist Witwer und kümmert sich um seinen einzigen ihm verbliebenen Sohn Nemo – so anhänglich, klammernd und übersorglich, dass sich Nemo bei einem Klassenausflug von der Klasse absetzt. Es kommt wie es kommen muss: Nemo wird entführt und landet im Aquarium. Sein Vater, der ängstlich an seine Heimat das Riff gefesselt ist, schwimmt auf der Such nach Nemo ins offene Meer hinaus, begegnet dabei Dorie, einer Doktorfischdame, die sich Marlin als Begleitung aufdrängt. Zusammen treffen sie auf eine Menge finsterer Gesellen, neuer Bekannter und vielen vielen Abenteuern. Nemo schwimmt in der Zwischenzeit in dem Aquarium voller leicht verquerer Zierfische, die sich seiner liebevoll annehmen und mit ihm gemeinsam den Ausbruch planen.

 

 

Das ist Filmstoff, der nicht so recht spannend klingen mag, durch die Figuren und Dialoge aber an Charakter und Witz gewinnt und „Findet Nemo“ in den USA zum bisher erfolgreichsten Film des Jahres gemacht hat – bis zum Filmstart von „Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“ wahrscheinlich.

Dorie, Marlin, Nemo, die „Anonymen Fischfresser“ und alle anderen Meeres- und Aquariumsbewohner bekamen so menschliche Züge verpasst, die es einem schwer machen nicht mit Marlin zu verzweifeln, sich nicht mit Nemo vor seinem Schicksal zu ängstigen und nicht so hibbelig zu werden wie Dorie.

Die CGI-Technik, die die Bilder aus dem Computer holte gibt dem Film den letzten perfekten Schliff. Nicht nur, dass man mal wieder über den digitalen Fortschritt staunen kann, der sich seit „Toy Story“ vollzogen hat, man kann das Rauschen und die Kälte des Wassers regelrecht spüren.

 

Mehr Infos zum Film gibt es unter www.pixar.com/featurefilms/nemo/

und www.findingnemo.com

 

Bilder © 2003 - Disney Enterprises, Inc. / Pixar Animation Studios - All Rights Reserved

 

(Heike Boldt)