Juni 2007

Das neue Güterverkehrszentrum in der Güterbahnhofstraße.
Schon seit längerem fahre ich mit dem Fahrrad von der Universität nach Hause an dem neuen Güterverkehrszentrum (GVZ) vorbei. Die ganze Bauphase über habe ich mich nach Sinn und Zweck einer solchen Einrichtung gefragt. Höchste Zeit also, dem Ganzen nachzugehen.
Das Areal des Güterverkehrszentrums liegt an der Güterbahnhofstraße ganz in der Nähe des Uni Campus. Eine breite Einfahrtstraße zweigt von dieser ab und führt fast einen Kilometern entlang einiger großer Lagerhallen. Das ganze Gelände umfasst insgesamt 20.000 Quadratmeter und wird zentral von einem Hauptgebäude aus verwaltet. Zurzeit sind es gerade ortsansässige Firmen wie Novelis oder die Spedition Zufall, die die Lagerhallen mieten und für ihre Logistik-Aufgaben und Dienstleistungen nutzen.
In Auftrag gegeben wurde der Bau der ganzen Anlage bereits im Jahr 2004 von der Göttinger Wirtschaftsförderung GWG, die Träger des Ganzen ist. Insgesamt belaufen sich die Kosten des Baus auf etwa 13 Millionen Euro. Die Eröffnungsveranstaltung fand am 25. Juni 2007 statt und wurde in Anwesenheit des niedersächsischen Wirtschaftsministers Walter Hirche durchgeführt. Primärer Sinn und Zweck des Göttinger GVZs ist der Zugang der Region Göttingen zu einem kombinierten Straßen- und Schienengüterverkehr. In der Tat muss ich mir den Nachhauseweg seit Fertigstellung auch häufiger mit großen Transport-LKWs teilen.
Göttingen ist damit beileibe nicht die einzige Stadt Europas mit einem Güterverkehrszentrum. Die Homepage des Dachverbandes der Güterverkehrszentren in Deutschland (DGG) informiert mich darüber, dass es einen europaweiten und fast flächendeckenden Verbund von Güterverkehrszentren gibt. Die 33 Standorte in Deutschland, die sich von Kiel über Hamburg, nach Köln, Göttingen Dresden und Regensburg erstrecken finden Partnerstädte in 11 europäischen Ländern. Dazu gehören zum Beispiel Frankreich, Spanien und Schweden.
So bietet dieses neue GVZ für Göttingen einiges. Neben der Bündelung von Know-How und der Verbesserung der Standortqualität – gerade in Konkurrenz zu den übrigen niedersächsischen Metropolregionen – ist der Transportsektor über die Häfen Hamburgs, Bremens und Wilhelmshavens weltweit vernetzt. Das beruhigt mich, wenn ich das nächste Mal mit meinem Fahrrad an einem riesigen LKW vorbeifahre.
Thorsten Hasche 
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