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Oktober 2006

Organisiert vom den Jusos Unterbezirk Göttingen fand am Donnerstag den 31. August 2006 eine Diskussionsveranstaltung mit dem Titel "Vielfalt in Göttingen. Integration als Chance" statt. In denen von der muslimischen Ditib-Gemeinde zu Göttingen bereit gestellten Räumlichkeit diskutierten Ali Sahbaz (Bauinitiator der Göttinger Moschee), Dagmar Schlapeit-Beck (Sozialdezernentin der Stadt Göttingen) und Hamza Sinanoglu (Mitglied des Göttinger Integrationsrates) unter der Leitung vom evangelischen Pastor Peter Lahmann über das vielschichtige Thema der Integration vor Ort.
In einem regen Diskussionsverlauf war die Göttinger Kommunalpolitik, ihre Möglichkeiten und Angebote, das erste zentrale Thema. Dabei wurde deutlich, dass die Politik trotz aller finanzieller Rahmenbedingungen in Zeiten knapper kommunaler Kassen wichtige und erfolgversprechende Projekte initiiert hat und initiieren wird. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass Sozialer Wohnungsbau und Sprachförderung dabei noch stärker gewichtet und gefördert werden müssen. Der neue Göttinger Oberbürgermeister Wolfgang Meyer nahm als Gast diese Anregungen ernst und erklärte, dass die Stadt Göttingen um die Wichtigkeit des Themas "Integration" weiß. Hamza Sinanoglu forderte von der Politik, den MigrantInnen größere politische Mitbestimmung zu geben. Dies kann auch als ein Appell an die Parteien verstanden werden, sich den MigrantInnen mehr zu öffnen. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass sich MigrantInnen in Göttingen stärker zivilgesellschaftlich engagieren sollten. Angebote wie der Göttinger Integrationsrat würden noch nicht ausreichend genutzt.
Das Interesse des Publikums betraf zum größten Teil das Projekt der neuen Moschee. Es wurde deutlich, dass noch viel Unsicherheit und Unklarheit bei Göttinger Bürgerinnen und Bürgern über muslimische Glaubenseinrichtungen herrscht. Ein wichtiger Punkt war die Frage, warum der Imam (religiöser Leiter der muslimischen Gemeinde) der Moschee aus der Türkei kommt und die Gebete auf türkisch gehalten würden. Ali Sahbaz wies dazu darauf hin, dass es bisher keine universitäre Ausbildung von muslimischen Geistlichen in Deutschland gebe und viele der Gemeinde-Mitglieder noch nicht über ausreichend Kenntnisse der deutschen Sprache verfügten. Deutsch als zentrale Sprache der Gemeinde sei allerdings das Ziel für die Zukunft. Generell setzte er Kritik aus dem Publikum Transparenz seiner Gemeinde und die Einladung an alle entgegen, die Gemeinde auch in Zukunft näher kennen zu lernen. Diese solle über eine reine Glaubensgemeinschaft hinausgehen und sich ebenfalls Aufklärungs- Präventions- und Bildungsaufgaben widmen.
Eine Führung, geleitet von Ali Sahbaz, durch den Moschee-Neubau und in der Empfangshalle für alle bereitgestellter Tee, rundete den aus Sicht der Göttinger Jusos gelungenen Abend ab. Trotz aller bundes- und weltweit herrschenden Konflikte und Unsicherheiten zwischen Muslimen und dem christlich geprägten Europa, hat dieser Abend sicherlich zu einem erfolgreichen "Dialog der Kulturen und Religionen" beigetragen.
Thorsten Hasche 
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