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August 2006

Sommerferien, endlich Zeit zum entspannen und die Seele baumeln lassen, jetzt noch ein gutes Buch und die Sache wäre perfekt, oder? Aber welches? In solchen Momenten steht man oft ratlos vor den Regalen in den Buchhandlungen und kann sich nicht entscheiden. Der Klappentext verspricht einen guten Roman oder einen tollen Krimi, aber ist es das was wir wollten? Deswegen hier ein kleiner Tipp, wie ihr euch eure schönen Tage auf dem Balkon, während der Arbeitspause im Bürostuhl oder auch am Strand versüßen könnt, Spannung garantiert!

Frau Sartoris ist ein Kriminalroman, geschrieben von Elke Schmitter und veröffentlicht 2000, der die normale Frage, „Wer ist der Mörder?“ einmal beiseite schiebt und stattdessen den Leser vielmehr dazu bringt sich zu fragen „Wer ist das Opfer?!“

 

Inhalt:

 

Margarethe Sartoris, die Protagonistin und Ich- Erzählerin des Buches wächst in einfachen Verhältnissen auf. Ihr Vater ist einfacher Angestellter, auch sie bekommt in der Firma ihres Vaters nach Abschluss der Schule eine Anstellung als Sekretärin und wird die rechte Hand des Chefs. Eines Tages wird sie von der Tochter des Chefs gebeten sie zu einer Tanzstunde zu begleiten, da eine Dame krank geworden ist. Auch wenn sie zu dieser Gesellschaft eigentlich nicht passt, willigt sie ein. Schon bei ihrem ersten Treffen mit ihrem Tanzpartner Phillip verliebt sie sich in ihn und die beiden beginnen eine Liebesbeziehung. Phillip kommt jedoch aus sehr reichem Hause und seine Eltern billigen diese Beziehung nicht. So kommt es dazu, dass er sich von Margarethe trennt, die daraufhin einen Nervenzusammenbruch erleidet und in ein Sanatorium eingewiesen wird, wo sie längere Zeit verbringt. Nach ihrer Rückkehr begegnen ihr die meisten Leute abweisend und sie fühlt sich einsam. Umso mehr fördern ihre Eltern, die sehr besorgt um sie sind, ihre Treffen mit Ernst, einem einfachen Sparkassenangestellten, der eine Invalidenrente bezieht. Margarethe fühlt sich besonders bei Ernsts Mutter Irmi, einer taffen und dem Leben gegenüber offensiven Frau, wohl und beschließt, besonders um ihren Freunden und letztlich auch Phillip, der sich inzwischen mit der Tochter einer reichen Familie verlobt hat, zu zeigen, dass sie nicht als alte Jungfer enden wird, Ernst zu heiraten. Ernst kann sein Glück kaum fassen und trägt seine Frau auf Händen. Margarethe bekommt bald ein Kind, Daniela. Schon von Anfang an kann sie sich nicht richtig mit ihrem Baby anfreunden und ist froh als sie wieder arbeitet und das Kind in die Obhut ihrer Schwiegermutter Irmi geben kann, die sich gut um Daniela kümmert. Doch auch wenn Frau Sartoris nach außen hin immer perfekt scheint und sich zu jedem Anlass passend verhält, wird sie immer unzufriedener mit ihrem Leben. Als sich das schließlich auch nach Außen hin in Fahrigkeit und Vergesslichkeit äußert, schicken Irmi und Ernst sie zu einem Arzt. Bei ihrem ersten Besuch dort lernt Frau Sartoris Renate kennen, die später ihre gute Freundin und Beraterin wird. Der Arzt verschreibt Margarethe Tabletten, die sie einmal in der Praxis einnimmt, das Rezept aber löst sie nie ein. Stattdessen reißt sie sich mehr zusammen. Alles scheint wieder alles in Ordnung zu sein.

Auf einer Feier lernt Frau Sartoris dann Michael kennen, er ist Stadtrat in L. und wesentlich weltoffener und gewandter als Ernst. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, Frau Sartoris blüht sichtlich auf. Sie kümmert sich dabei jedoch kaum noch um ihre Tochter Daniela, die inzwischen nur noch macht was sie will und meist erst in den frühen Morgenstunden nach Hause kommt. Die Erziehung Danielas entgleitet ihr.

Ihre Beziehung zu Michael wird indes immer intensiver. Schließlich fasst sie mit ihm zusammen den Plan, alle Zelte abzubrechen und noch einmal von vorne anzufangen. Die beiden wollen sich an einer Raststätte kurz hinter Autobahnauffahrt treffen und von dort aus ein neues Leben beginnen. Frau Sartoris ist bereit für Michael alles aufzugeben und hinterlässt Ernst nur noch einen Brief in dem sie ihm alles erklärt, dann schleicht sie sich nachts aus dem Haus. An der Raststätte wartet sie jedoch vergeblich auf Michael. Enttäuscht und in der Hoffnung, dass alles nur ein großes Missverständnis war bleibt ihr nichts anderes übrig als wieder nach Hause zurückzukehren. Dort angekommen findet sie Ernst in der Küche vor, er hat ihren Brief bereits gelesen. Daraufhin leben sie nur noch nebeneinander her. Auch wenn er sie nie offen anschreit, so lässt er sie doch spüren, was sie mit dieser geplanten Flucht angerichtet hat. Zu allem Überfluss muss sie auch noch erfahren, dass Michael absichtlich nicht zum vereinbarten Treffpunkt gekommen ist. Er zeigt sich nun in der Öffentlichkeit nur noch mit seiner Frau und lässt sich am Telefon verleugnen. Für ihn war sie nur eine von vielen Affären.

Renate ist jetzt ihr einziger Halt Als die beiden an einem Abend in einer Bar sitzen, sieht sie plötzlich ihre Tochter Daniela mit einem wesentlich älteren Mann, der offensichtlich ihr Liebhaber ist.

Zu spät bemerkt Frau Sartoris, dass Daniela offensichtlich auf dem besten Weg dahin ist in die Prostitution abzurutschen. Der Mann, namens Willrodt, hat intime Fotos von Daniela gemacht, welche Frau Sartoris durch Zufall findet. Sie stellt ihn natürlich zur Rede, doch er weist sie eiskalt ab. Schließlich entdeckt Margarethe eines Morgens beim Frühstück mehrere Male am Hals ihrer Tochter, die nicht bloß Knutschflecken sein können, ihre Tochter, die sich sonst der Mutter gegenüber immer abweisend verhält, ist an diesem Tag fast bereit mit ihr zu reden, geht dann aber doch aus dem Haus ohne sich der Mutter anzuvertrauen. Frau Sartoris hatte sich zwar nie viel aus ihrer Tochter gemacht und ihr Verhältnis war nicht gut,

als Frau Sartoris in ihrem Auto dann noch in einer dunklen, verregneten Nacht genau den Mann über die Straße gehen sieht, der ihre Tochter fotografiert hat, kann sie nicht mehr länger an sich halten.... Mehr verrate ich nun wirklich nicht, ein bisschen Spannung soll euch erhalten bleiben.

 

Nicht nur Elke Schmitters wunderbarer Schreibstil, sondern auch die Möglichkeit jede einzelne Person zu verstehen und jede ihrer Handlungen nachzuvollziehen macht dieses Buch zu einem gelungenen Werk, welches man gelesen haben sollte!

 

Mona Klatt