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August 2006

Dick (Jim Carrey) und Jane Harper (Téa Leoni) führen ein Leben wie viele es sich nur erträumen können. Dick ist erfolgreicher Angestellter in der Öffentlichkeitsabteilung einer großen Firma namens Globodyne. Jane arbeitet in einem Reisebüro. Beide sind gerade in ein neues Heim gezogen. Es liegt in einer typisch konformen, amerikanischen Vorstadt. Die Statussymbole der einzelnen Familien - vornehmlich Haus, Garten, Küche und Auto - werden wie in einem Wettbewerb zur Schau gestellt und verglichen. Einziger Nachteil ist vielleicht, dass Dick und Jane als Doppelverdiener nur wenig Zeit für ihren Sohn Billy (Aaron Michael Drozin) haben, der daher den größten Teil des Tages mit der Haushälterin verbringt und Spanisch besser als seine Muttersprache beherrscht.

Eines Tages kündigt sich der wichtigste Moment im Leben der noch jungen Familie an. Dick erhält die lang ersehnte Beförderung zum Chef der PR-Abteilung. Alle Türen stehen ihm offen und er trifft sich sogar zum Essen mit dem Vorstandsvorsitzenden Jack McCallister (Alec Baldwin), der ihm als erste Aufgabe die Präsentation der neuesten Firmenzahlen im Fernsehen zuteilt. Dermaßen vom Glück geküsst, gibt Jane ihren Job auf, um sich ganz um den kleinen Billy zu kümmern.

Doch dann kommt alles ganz anders. Die Präsentation der Firmenzahlen wird zum Fiasko. Seit Monaten sind die Bilanzen gefälscht worden und die Firma ist komplett pleite. Der Aktienkurs – und damit ebenfalls die in Aktien angelegten Ersparnisse der Familie – stürzen ins Bodenlose und Dick verliert seinen Job. Allem Optimismus zum Trotz bleiben seine Bewerbungsversuche erfolglos. In einer köstlichen Szene erfährt man warum. Er gab während der bundesweit ausgestrahlten Präsentation der Firmenzahlen eine dermaßen schlechte Rolle ab, dass andere ihm sogar eine weit bekannte und wenig schmeichelhafte Internetpräsenz gewidmet haben.

Da die Schuldenlast der Familie aufgrund des Hauskaufs erdrückend ist, bricht der amerikanische Traum Stück für Stück zusammen und nach einigen Monaten droht sogar die Zwangsräumung. Dick und Jane greifen zu anderen Mitteln. Das bürgerliche und ehrliche Leben hat sich nicht ausgezahlt und beide beginnen Läden, Banken, Kioske und Geschäfte zu überfallen, um ihre Schuldenlast zu tilgen. Ihrem Einfallsreichtum und ihren Verkleidungskünsten sind dabei kaum Grenzen gesetzt und nach nur kurzer Zeit ist das Haus wieder mit allem, was das Konsum verwöhnte Herz erfüllt, ausgestattet.

Doch nicht alle Angehörigen von Dicks ehemaliger Firma sind so schlecht weggekommen wie Dick. Allen voran der Jack McCallister. Dieser musste zwar betrübt in einem Interview zugeben, dass auch er eines seiner Ferienhäuser in der Schweiz verloren habe, Vogeljagd in Ungarn und eine Luxusvilla an der Westküste der USA sind aber immer noch finanzierbar. Dick will Gerechtigkeit und heckt mit Jane und dem ehemaligen Vorstandmitglied Frank Bascome (Richard Jenkins) einen raffinierten Plan aus, um McCallister die 400 Millionen Dollar Konkursgewinn abzunehmen. In einem furiosen Finale gelingt dies den drei und die 400 Millionen werden über einen Entschädigungsfond an die ehemaligen Mitarbeiter von Globodyne ausgeschüttet.

Wer Lust auf eine temporeiche und sehenswerte Persiflage auf Corporate America nach dem Skandal um Enron sehen möchte, der kommt um Dick und Jane nicht herum. Die Hauptdarsteller geben sich die Gags wie gut eingeübte Kurzpässe schnell hin und her und die Story ist trotz allem Klaumauk hintergründig und sehenswert. Richtiges Popcorn-Kino.

 

Fun with Dick and Jane, USA, 2005.

Regisseur: Dean Parisot

Länge: 90 Minuten.

 

Thorsten Hasche