|
Juni 2006

Okay, jetzt hier links und, ah, das waren sie doch, oder nicht? Richtig, die ersten Fahnen des Demonstrationszuges flatterten in dem lauen Lüftchen an diesem schönen Maimorgen. Eigentlich eine ganz idyllische Szene, aber sollte das was kommen würde auch so idyllisch werden? Ich konnte mir das nur schwer vorstellen. Um die 1200 Menschen hatten sich heute unter dem Motto, „Deine Würde ist unser Maß“ zur alljährlichen Maidemonstration versammelt. Neben uns Jusos und den Spdlern waren unter anderem auch viele Verdinader und natürlich IG Metaller mit dabei. Zunächst einmal wurden alle kurz durch eine „Kampfansage“ eingestimmt, dann zogen wir auch schon los gen Innenstadt. Überall die verschiedenen Fahnen und Banner, die Verdiander und natürlich auch die viele Ärzte und Krankenschwestern aus der momentan bestreikten Uniklinik und aus den zum Verkauf stehenden Landeskrankenhäusern, hatten Pfeifen und Anstecker mitgebracht und alles schien wohlorganisiert. Ich selber hielt mich relativ in der Mitte des Zuges auf, als ich das erste Mal unter einer der Fahnen „begraben“ wurde, diese Ritual wurde nach einer Weil zur Gewohnheit und lässt sich anscheinend nicht vermeiden, wenn man in einem solchen Demonstrationszug mitläuft. Kurz nachdem ich meine Sicht wieder hatte, konnte ich einen Blick auf Gabriele Andretta und Wolfgang Meyer erhaschen, die sich ebenfalls dem Zug angeschlossen hatten. Nach einem kurzen Weg am Bahnhof vorbei und durch die Stadt erreichten wir unser Ziel, den Marktplatz. Hier war bereits eine Bühne errichtet, auf der sich RednerInnen, wie zum Beispiel Christiane Benner von der IG Metall, die Gastrednerin in Göttingen war, aber auch Streikende aus der Klinik sowie junge Mitlieder der DGB mit der Band Hippocritz abwechselten Auch wenn ich mir bis zum Schluss nicht ganz sicher war, wie man den Namen der Band nun richtig ausspricht so schafften sie es doch die zwischendurch aufgebrachte Menge, die gerade durch die kämpferische Rede von Christiane Benner immer wieder angestachelt wurde, mit ihren Raggy Rhythmen zu beruhigen. Die Forderungen von Verdi und IG Metall waren klar, sie wollten einen Sozialstaat, der diesen Namen auch verdient. Stattdessen: Menschen die trotz Vollzeitarbeit immernoch auf staatliche Unterstützung angewiesen sind um ein Auskommen zu haben und dem gegenüber Manager, deren Verdienste in Millionenhöhe pro Jahr nochmals um elf Prozent steigen. Deswegen, so Christiane Benner in ihrer Rede „treten wir am ersten Mai dem Neoliberalismus, der Rückkehr des rücksichtslosen Kapitalismus entgegen!“
Gestärkt durch diese Worte rollten die Demonstranten am Ende der Maireden zufrieden ihre Banner und Fahnen zusammen und ab ging´s zur Grillparty!
Mona Klatt 
|
|