Dezember 2005 Weihnachtsausgabe

Jeder fängt mal klein an
Erfahrungen von Neumitgliedern bei den Jusos
Jeder fängt mal klein an und ein Beitritt in eine Organisation, einen Verein oder eine Partei ist oft nicht so leicht. Manchmal kostet es Überwindung sich in eine neue Gruppe zu integrieren und manchmal ist man sich nicht sicher, ob man richtig entschieden hat oder nicht.
Hier ein paar Erfahrungsberichte von Mitgliedern auf ihren Weg zu den Jusos:
„Ich bin durch einen Kennenlern-Abend der JUSOS/SPD auf selbige aufmerksam geworden.
Da ich ein gewisses (hohes) politisches Grundinteresse mitbrachte und sowieso eine Organisation suchte um mein politisches Interesse zu verwirklichen kam mir der Abend gerade recht. Das ganze hat mir sehr gut gefallen, es herrschte eine lockere Atmosphäre und alles war überhaupt nicht so steif, wie sich viele Politik vorstellen. Es hat Spaß gemacht einfach mal mit gleich gesinnten, interessierten Leuten über politische Themen zu reden und deshalb bin ich auch kurzerhand beigetreten. Aufgenommen wurde ich absolut prima. Es waren alles sehr sympathische Menschen und man konnte ihnen die Freude über jedes neue Mitglied, was sich ihnen anschließt, anmerken und dem entsprechen nett behandeln sie auch ihre Neumitglieder.“
(Thorsten)
„Mein Weg in die Politik wurde spätestens mit der Umfrage der Abiturzeitung geebnet, bei der mich 52 Prozent meiner MitschülerInnen zum Bundeskanzler gewählt hatten. Und nachdem ich den echten Bundeskanzler Gerhard Schröder in Hannover beim Erdbeeren kaufen getroffen hatte, wusste ich, dass nur die Sozialdemokraten die richtige Partei für mich sind.
Jetzt zum eigentlichen Grund: Die Medien zeigen Tag für Tag viele kleine und große Probleme auf, von denen wir einerseits in unserem direkten Umfeld, andererseits in Deutschland, Europa und der Welt betroffen sind. Darunter gibt es viele Themen, die nicht so angegangen werden, wie es notwendig wäre, oder noch schlimmer: die unbearbeitet bleiben. Ich möchte aktiv einen Teil zur Lösung der Probleme beitragen und nicht mehr länger Zuschauer sein.
Zunächst habe ich gezweifelt, ob ich mich überhaupt in einer Partei engagieren sollte. Bin ich dafür in politischen Themen fit genug? Muss ich mich einer Parteilinie unterordnen? Wem muss ich wie lange Honig um den Mund schmieren, bis ich wirklich Einfluss ausüben kann?
Als ich mit politisch aktiven Freunden über diese Dinge sprach, stellte sich schnell heraus, dass eine Partei gerade von ihren verschiedenen Strömungen lebt und kritische Positionen kein Verbrechen sind. Es würde auch niemand von mir erwarten, sich mit allen Themen auszukennen. Den entscheidenden Anstoß gab mir ein Gespräch mit einer Studentin aus dem Raum Köln, die bereits nach einem halben Jahr Mitgliedschaft bei den Jusos in den Stadtrat gewählt wurde. Sie erzählte mir, wie viel man schon auf kommunaler Ebene bewegen kann und wie spannend ihre politische Arbeit sei.
Schließlich fasste ich den Entschluss, den Jusos und zugleich der SPD beizutreten. Denn ich fühle mich den Idealen der Sozialdemokratie verbunden. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass sozial oder finanziell schwache Menschen in der Gesellschaft gleichwertige Chancen bekommen – besonders bei der Bildung.
Bereits während der Vorstellungsrunde auf dem Neumitgliedertreffen war ich sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Als die anderen erzählten, warum sie bei den Jusos mitmachen möchten, fand ich viele Übereinstimmungen mit meinen Vorstellungen.
Die erste politische Aktion für mich war dann die Gegendemonstration beim NPD-Aufmarsch Ende Oktober. Plakate auszudenken, zu bemalen und schließlich bei der Demo in der ersten Reihe dabei zu sein – das hat sich einfach gut angefühlt. Ich freue mich drauf, weiterhin gemeinsam mit den Jusos unsere politischen Ziele zu verwirklichen.“
(Christof Lauer)
„Ich war schon immer politisch interessiert, wusste aber nie, wie ich mich politisch engagieren und weiterbilden konnte. Erst als ich erfahren habe, welche Parteien bei dem Bündnis gegen Rechts mitwirken, bin ich auf die Jusos aufmerksam geworden. Ich habe mich im Internet informiert, eine Mail geschrieben und wurde gleich zu einem Treffen eingeladen.
Leider wurde mir eine falsche Zeit gesagt und ich konnte nicht direkt an dem Treffen teilnehmen, aber dafür habe ich noch mit ein paar Jusos einen netten Abend zusammen verbracht und über die Arbeit der Jusos gesprochen.
Ich war so fasziniert von dem politischen Wissen und Engagement, dass ich mir das Ziel setzte, so Reich an politischem Wissen werden zu wollen. Noch heute bin ich jedes Mal bei den Treffen fasziniert und höre interessiert den anderen zu, um mir meine eigene politische Meinung bilden zu können.“
(Pia Liepe)
zusammengetragen von Pia Liepe

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