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Juni 2005



© Fox

Star Wars Episode III: Liebe, Verrat und Gesichtsmasken

Wie ein Film Generationen verbindet.

 

Endlich! Mit dem dritten Teil von Star Wars, „Die Rache der Sith“ vollendet Regisseur George Lucas die ersten sechs Episoden der neunteiligen Saga und damit sein Meisterwerk. Der Film verbindet die neueren Teile „Die dunkle Bedrohung“ (1999) und „Angriff der Klonkrieger“ (2002) mit den Klassikern „Eine neue Hoffnung“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1977-1983).

 

Es herrscht Krieg in der Republik, der abtrünnige Count Dooku und der Roboter-Lord Grevious entführen Kanzler Palpatin. Doch dem Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi und seinem Padavan-Schüler Anakin Skywalker gelingt es, den Kanzler zu befreien und den Anführer der Rebellion, Dooku zu töten.

 

Das Ermächtigungsgesetz

Während sich Obi-Wan auf die Jagd nach Grevious macht nutzt Palpatin die Chance um den Senat zu entmachten und sich selbst mit vielfältigen Vollmachten im Kampf gegen den interplanetaren Terror auszustatten. Die ParlamentarierInnen machen dies mit – ein fataler Fehler, denn der einflussreiche Kanzler offenbart sich dem jungen Skywalker als der hinterhältige Darth Sidious, einem der letzten verbliebenen Sith-Lords. Einer von denen, die sich der dunklen Seite der Macht hingegeben haben um düstere Fähigkeiten zu gewinnen, in dem sie ihren Gefühlen, ihrem Hass und ihrer Wut freien Lauf lassen.

 

Liebe führt zu Abhängigkeit, und Abhängigkeit ist der Pfad zur dunklen Seite Anakin berichtet dies dem hohen Rat der Jedi, die daraufhin Darth Sidious stellen wollen. Doch dieser hat Anakin bereits in seinem perfiden Plan eingebaut: Anakin hat Visionen, dass seine insgeheim geheiratete und mittlerweile schwangere Frau, Senatorin Padmé Amidala bei der Geburt des Kindes sterben wird.

 

Sidious offenbart Anakin, dass es mit der dunklen Seite eine Möglichkeit gibt, Padmés Leben zu retten. In der Angst sie und das Kind zu verlieren, tötet Anakin den Jedi-Meister Mace Windu und rettet den Sith-Lord vor dem Tod. Dieser akzeptiert ihn als neuen Padavan und gibt ihm seinen neuen Namen – Darth Vader.

 

Von den Hütern der Republik zu den Feinden des Imperiums

Sidous beendet die demokratische Republik und ruft zur Sicherheit der BürgerInnen das Imperium aus. Er erklärt alle Jedi zu Feinden des Imperiums und lässt sie von den Klonkriegern fast vollständig vernichten. Vader erfüllt seine neue Rolle perfekt, er zieht in den Tempel der Jedi und tötet alle Anwesenden, zum Schluss erhebt er sein Lichtschwert gegen Kinder.

 

Lord Vader? Yes master? Rise.

Es kommt wie es kommen muss, Jedi-Meister und ehemaliger Padavan begegnen sich auf dem Schlachtfeld, nun auf unterschiedlichen Seiten. In einem furiosen Kampf zwischen glühender Lava besiegt Obi-Wan den jungen Sith-Lord Vader der in Flammen aufgeht.

Doch zu früh gefreut: Obi-Wan Kenobi kann gerade noch fliehen, bevor ihn die Klonkrieger töten können, Vader wird geborgen und ins Leben zurück gebracht, mit Hilfe einer schwarzen Atemmaske.

 

Wie  bereits vorhergesehen stirbt Senatorin Amidala bei der Geburt ihrer Zwillinge. Yoda, den Truppen der dunklen Seite noch einmal einkommen, entscheidet, die beiden zu trennen. Senator Bail Organa nimmt das Mädchen mit auf den Heimatplaneten ihrer Mutter – Naboo. Obi-Wan Kenobi bringt den Jungen nach Tatooine und versteckt sich dort, Yoda geht nach Dagobah ins sumpfige Exil. Die Jedi sind geschlagen.

Währenddessen betrachten Lord Vader und sein Meister den Fortgang der Arbeiten an ihrer neuesten Waffe zum Schutz des Imperiums: Einem riesigen künstlichen Planeten, dem Todesstern.

 

Überraschung!

Star Wars – Episode III bringt wenig neues, er erklärt nur vieles von dem, was wir bereits wussten oder vermutet haben.Dennoch sollte man ihn gesehen haben, nicht nur wegen der Special Effects und dem genialen Sound, sondern auch und gerade weil man sehen will, wie aus der starken Gemeinschaft der ehrenhaften Jedi-Ritter jene zerschlagene und im Untergrund gesammelte Truppe von Widerstandskämpfern der früher verfilmten Episoden wird.

 

Ethik, Politik, Religion

Der Film schreckt auch vor Politik nicht zurück, so legt George Lucas seiner dunklen Figur Darth Vader die Worte George W. Bushs nach dem 11. September in den Mund: „If you're not with me, then you're my enemy” – “Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.“

 

Die starre Abgrenzung der Welt in Gut und Böse, die Aufteilung in Achsen schreibt er der dunklen Seite zu: „Only the Sith deal in absolutes“. Wie in allen Teilen der Saga bedient sich auch „Revenge of the Sith“ einer ausgefeilten Ethik, die der taoistischen und buddhistischen Theorie entnommen ist und Vernunft und Selbstbeherrschung statt Leidenschaft und Gefühlen betont.

 

Angst ist der Pfad zur dunklen Seite: Angst führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu Leid Kernstück der Geschichte ist schließlich, dass Anakin aus seiner blinden Liebe zu Padmé den Kodex der Jedi ignoriert und seinen Gefühlen freien Lauf lässt. Er stürzt damit die Jedi und die Republik – ein Appell gegen Leidenschaft?

 

Sei es drum, Star Wars ist eine Saga, die Generationen von Menschen weltweit verbindet. Und wer die Brücke zwischen den alten und den neuen Episoden verstehen will, muss „Die Rache der Sith“ gesehen haben.

 

Bleibt noch die Frage: Realisiert George Lucas nicht doch noch die Episoden VII bis IX? Diese Frage kann man nur mit den Worten Yodas beantworten: „Hard to see, the future is.“.

 

Stefan Christmann